Im Gegensatz zum Stottern ist das Poltern durch ein überhastetes, sehr schnelles Sprechtempo gekennzeichnet. Diese Störung kann auch als Entwicklungsstörung der Wahrnehmung zeitlicher Abfolgen erklärt werden. Es ist eine sprachliche Gestaltungsschwäche, angeboren, oft vererbbar oder konstitutionell bedingt. In einem Alter von 3 Jahren ist das Poltern physiologisch, d.h., dass dies im Zuge der Sprachentwicklung auftreten kann (Entwicklungspoltern). Bei Kindern mit einer verzögerten Sprachentwicklung verschiebt sich diese Grenze um ca. 2 Jahre.

Ursachen
  • erbliche Einflüsse (Poltern ist angeboren)
  • angeborene Sprachschwäche
  • kongeniale Dyspraxie (erblich bedingte verzögerte psychomotorische Reifung mit schlechter Koordination)
  • Umwelteinflüsse
  • psychogene Faktoren
  • frühkindlicher Hirnschaden

Symptome

  • Poltern ist durch eine Überstürzung der Rede, Verschlucken, Verstellen und Verstümmeln von Lauten, Silben- und Wörtern gekennzeichnet. 
  • Neben einer monoton klingenden Sprachmelodie sind häufig Rhythmusstörungen und Wortfindungsstörungen feststellbar. 
  • Der Sprecher stolpert vor allem über vielsilbige und längere Wörter sowie Fremdwörter mit Konsonantenhäufigkeiten.
  • Der Patient zeigt kein Störungsbewusstsein.
  • Es fallen Konzentrationsmängel, schwächer entwickelte Merkfähigkeit, auffällige Anpassung und mangelhafte Steuerungsfähigkeit auf. 
  • Der Sprechverlauf ist auffällig, weil das Sprechtempo beschleunigt ist, zeitweise auch ziehend oder schleppend.
  • Wiederholung von Anfangssilben mehrsilbiger Wörter, die ohne Verspannung gesprochen werden oder Wiederholung von Wörtern
  • Steckenbleiben im Satzbau
  • Auslassungen

Beispiele

  • aus "zwitschern" wird "schwitzern"
  • aus "Mikrophon" wird "Miron"
  • aus "das Glas ist voll" wird "das Was ist voll".